Artikel mit dem Tag "João Gilberto"



João Gilberto: Die ganz große Show Kunst der Zurückhaltung
João Gilberto definierte Bossa Nova durch das Merkmal radikaler Zurückhaltung: flüsternder Gesang und minimale Gesten. Bossa Nova zu singen ist so anspruchsvoll, weil er auf den Punkt ohne Effekte gesungen werden muss. Sobald Ablenkungsmanöver wie z.B. ein schmetterndes Vibrato die geforderte Präzision kaschieren, gerät man auf Abwege. Vielleicht ist es dann nicht mal mehr ein Bossa Nova. Als Sängerin verlangt Bossa Mut: Denn Fehler sind auf seinem schmalen Grat viel hörbarer als sonst.

Baden in Baden-Baden
Baden in Baden-Baden klingt wie der Slogan für ein Kurprogramm. Für den brasilianischen Gitarristen und Komponisten Roberto Baden Powell de Aquino, kurz Baden Powell, benannt nach dem Gründer der Pfadfinderbewegung, war der Kurort im Schwarzwald, wo er einige Jahre lebte, wohl tatsächlich eine Station der Erholung. Der Mitbegründer des Bossa Nova aus Rio de Janeiro produzierte sogar Alben im Schwarzwald, auf denen er Samba, afrikanische Einflüsse, Bossa Nova und Klassik einzigartig verschmolz.

"Chega de Saudade": Halb Moll, halb Dur!
Der Song "Chega de Saudade" von 1958 gilt als der erste auf Platte gepresste Bossa Nova überhaupt. Komponiert wurde er von Tom Jobim, der Text stammt von dessen kongenialem Partner Vinícius de Moraes. Auf der ersten Aufnahme, auf der Elizeth Cardoso die Gesangsstimme liefert, spielt der neben Jobim und de Moraes dritte große Mann des Bossa Nova, João Gilberto, in dem unverwechselbaren Stil Gitarre, in dem er das Genre des Bossa Nova für immer definiert.