Raul Seixas gilt in Brasilien als Legende. Sein Name wird noch heute auf Konzerten gerufen: "Toque Raul!", "Spiel Raul!" beschwört ihn als unantastbaren Maßstab. Der Autor Paulo Coelho arbeitete in den Siebzigern eng mit Raul Seixas zusammen - lange bevor er ein von der Kritik als esoterischer Kitschautor belächelter, aber globaler Bestsellerautor wurde. Beide waren Außenseiter und ihre Biografien turbulent. Hits wie "Sociedade Alternativa", "Gita" oder "Tente Outra Vez" spiegeln diese.
Angela Ro Ro ist eine der markantesten Stimmen und Persönlichkeiten der brasilianischen Musik. Mit ihren Kompositionen, die Blues, Bolero, Samba und Rock mischten, prägte sie das MPB-Genre. Sie brach gesellschaftliche Tabus, war eine der ersten offen lesbischen Künstlerinnen Brasiliens. Liebeskummer, Exzesse und Selbstfindung spiegeln sich in ihren Liedern, die zu den schönsten der MPB zählen. Ich wollte schon länger über Angela Ro Ro schreiben. Nun ist sie leider mit nur 75 Jahren gestorben.
"Faroeste Caboclo" von der Rockband "Legião Urbana" um ihren Kopf Renato Russo ist ein episches Lied, das die Geschichte von João de Santo Cristo erzählt – einem Antihelden, der in Brasília auf der Suche nach Gerechtigkeit und einem besseren Leben scheitert. Die Band nutzt die Ästhetik des Wilden Westens, um soziale Missstände, Gewalt und Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft zu kritisieren. Die 9-minütige Ballade ohne Refrain ist ein Manifest gegen Korruption und soziale Ausgrenzung.