Mônica Salmaso wurde 1971 in São Paulo geboren. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn 1989 am Theater beim Regisseur Gabriel Villela. Ihr erstes großes musikalisches Projekt war Afro-Sambas (1995), das die Werke von Baden Powell und Vinícius de Moraes neu interpretierte. Bereits früh wurde sie für den Prêmio Sharp nominiert, 1999 gewann sie den renommierten Prêmio Visa MPB. Sie ist außerhalb von Brasilien immer noch ein Geheimtipp. Aber ihr lernt sie jetzt kennen.
Chico Buarque lebte schon als Junge zwei Jahre in Rom. Sein Vater, der brasilianische Historiker Sérgio Buarque de Holanda, war dort zwei Jahre Geschichtsprofessor. Während seiner Zeit dort lernte er Italienisch. Er behielt sein Interesse für die italienische Kultur und griff in den siebziger Jahren Lucio Dallas Komposition "Gesù Bambino" auf. Er adaptierte sie als "Minha História" für Brasilien. Es ist ein wunderbares Weihnachtslied: eine Geburt, eine Mutter, ein Kind und ein mysteriöser Vater.
"João e Maria" von Chico Buarque ist ein Kinderlied über die Kindheit: Buarque griff die Melodie des Komponisten Sivuca auf und schuf einen Text, der Kindheitserinnerungen in märchenhaften Bildern lebendig werden lässt. Das Lied ist wie eine französische Musette und erzählt von Fantasie, Spielen und der Unschuld früher Jahre. Es scheint, als ob noch alle Möglichkeiten offen stehen. Was hat man aber selbst in der Hand? "O que é que a vida vai fazer de mim?" Was wird das Leben aus mir machen?
Chico Buarque gehört ohne Zweifel zu den besten Liedtextern und Komponisten Brasiliens und ist eine zentrale Figur der brasilianischen Kultur überhaupt. Seine Lieder zu singen ist eine unglaubliche Herausforderung, weil die Melodien und Texte meistens sehr komplexe Konstruktionen sind. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist das Lied "Construção", in dem der Arbeitsalltag eines Bauarbeiters geschildert wird, um existentielle Themen zu beleuchten, indem Buarque sie variiert und durchdekliniert.